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Kessler Thomas

(1937)

Kessler Thomas
Kessler Thomas
Herrengartenweg 20
CH-4123 Allschwil
Schweiz

Internet: www.boosey.com/pages/cr/composer/composer_main.asp?site-lang=de&composerid=15599

Biografia
Thomas Kessler, *1937. Komponist. In Zürich geboren. Studium bei Heinz Friedrich Hartig, Ernst Pepping, Boris Blacher. 1973 bis 2000 Dozent an der Musikakademie Basel. Gründer des dortigen "elektronischen Studios".

In Zürich geboren. Studierte Germanistik und Romanistik in Zürich und Paris und anschließend Komposition bei Heinz Friedrich Hartig, Ernst Pepping und Boris Blacher in Berlin. Gründete 1965 ebenda sein eigenes elektronisches Studio. In den darauffolgenden Jahren Leiter des Berliner "Electronic Beat Studio" und Musikdirektor des Centre Universitaire International de Formation et de Recherche Dramatiques in Nancy. Unterrichtete von 1973 bis 2000 Komposition und Musiktheorie an der Musikakademie Basel und rief dort das bekannte elektronische Studio ins Leben. Gründete mit Gerard Zinsstag das Festival "Tage für Neue Musik" in Zürich sowie mit Wolfgang Heiniger das Festival für live-elektronische Musik "ECHT!ZEIT" in Basel. Als Komponist vor allem an der Interaktion zwischen Musikern und Elektronik interessiert. Schrieb zahlreiche instrumentale Kammermusikwerke, Orchesterstücke und Kompositinen mit Live-Elektronik. Lebt in Basel und Toronto.


Elenco delle opere
Konstellationen I (1965)
für Flöte, Posaune, Violoncello und Klavier
Manuscritto
Vier Stücke (1965)
für Streichquartett
Gérard Billaudot
14, rue de l'Echiquier
F-75010 Paris
Frankreich
Countdown für Orpheus (1966)
für Tonband
Durata: 7' 30"
Manuscritto
Musik für Flöte, Klavier und Tonband (1966)
Manuscritto
Musik für Kontrabass, Klavier und Tonband (1966)
Manuscritto
Konstellationen II (1967)
für Flöte, Klavier, Violine und Violoncello
Manuscritto
Trio (1968)
für Streichtrio
Durata: 9' 00"
Boosey & Hawkes
London
Maimusik (Revolutionsmusik) (1968)
für Ensemble und Tonband
Durata: 11' 00"
Manuscritto
Nationale Feiertage (1969)
Oper
Manuscritto
Smog (1971)
für Posaune und Orchester (2, A-Fl,1,Engl-Hn,2, B-Klar,1 - 2,1, Flg-Hn,1,1 - Schlgz(3), Hfe, Klav, E-Git, E-Org - Str)
Durata: 12' 00"
Boosey & Hawkes
London
Portrait (1972)
für Posaune, Klavier und Schlagzeug
Manuscritto
Loop (1973)
für Bandschleife und 4 variable Instrumente
Durata: 15' 00"
Manuscritto
Aufbruch (1973)
für aussereuropäische Instrumente
Manuscritto
Piano Control (1974)
für Klavier und Synthesizer
Durata: 17' 00"
Boosey & Hawkes
London
Klangumkehr (1975)
für grosses Orchester
Manuscritto
Lost Paradise (1975)
für Klavier, Harfe, Altflöte, Viola, Englischhorn und Live-Elektronik
Durata: 13' 00"
Manuscritto
Dialoge (1977)
für 2 aussereuropäische und 2 europäische Musiker und Vocoder
Manuscritto
Unisono (1978)
für 3 Klarinetten
Durata: 11' 00"
Boosey & Hawkes
London
Violin Control (1978)
für Violine und Synthesizer
Durata: 13' 00"
Manuscritto
Schallarchiv (1979)
Radiophone Tonbandkomposition
Manuscritto
Pujaparwata (1980)
für Gamelan-Ensemble und Tonband
Manuscritto
Traumklang (1981)
für Ensemble und Live-Elektronik
Manuscritto
Drumphony (1981)
für Schlagzeug, computer und Orchester (3,2,2,2 - 4,3,3,1 - Hfe, Cel, Synth - Str)
Durata: 18' 00"
Boosey & Hawkes
London
Drum Control (1983)
für Schlagzeug und Computer
Durata: 22' 30"
Manuscritto
Flute Control (1984-1988)
für Flöte und Live-Elektronik
Durata: 18' 00"
Manuscritto
La Montagne Ardente (1985)
für 3 Synthesizer
Manuscritto
String Control (1987)
für 1 Streichinstrument und Live-Elektronik
Manuscritto
Polysono (1987)
für Fagott
Manuscritto
Aufbruch (1989-1990)
für 5 sampler und Orchester (4,3,4,2 - 4,3,3,1 - Schlgz(4), Hfe, Klav - Str)
Durata: 22' 00"
Boosey & Hawkes
London
Hades (1989)
für Orgel
Manuscritto
Harpsichord Control (1990-2005)
für Cembalo und Live-Elektronik
Durata: 11' 00"
Manuscritto
Kontrabass Control (1990-1991)
für Kontrabass und Live-Elektronik
Manuscritto
Pièce de Concours (1990)
für Violine und Tonband
Manuscritto
Choral (1991)
für 4 Alt-Saxophone
Manuscritto
Ki (1992)
für Orgel
Manuscritto
Message (1993)
für Tonband
Manuscritto
Voice Control (1994-2000)
für 3 Stimmen und Live-Elektronik
Durata: 15' 00"
Manuscritto
Trombone Control (1994)
für Posaune und Live-Elektronik
Manuscritto
Inselmusik (1995)
für Altsaxophon, Marimbaphon und Klavier
Durata: 10' 00"
Manuscritto
Windharfe (1996)
für Violine, Flöte und Live-Elektronik
Manuscritto
Irasshaimase (1999)
für Shakuhachi und Tonband
Durata: 9' 20"
Manuscritto
Guitar Control (1999)
für Gitarre und Live-Elektronik
Durata: 11' 00"
Manuscritto
Dichterlesung (2001-2002)
für drei Musiker und Live-Elektronik
Durata: 21' 00"
Manuscritto
"Is it?" (2002)
für Sopran und Sopran-Saxophon
Durata: 7' 00"
Manuscritto
",said the shotgun to the head." (2003)
für Poetry-Sprecher, Rap-Chor und Orchester (3,3,3,3 - 4,2,2,1 - Schlgz(4), Hfe, E-Org, Klav, E-Git - 12,10,8,6,4)
Testo: Saul Williams
Durata: 30' 00"
Boosey & Hawkes
London
Utopia (2004)
für 72 Orchestermusiker mit 72 live-elektronischen Instrumenten
Durata: 30' 00"
Manuscritto
Oboe Control (2005)
für Oboe und Live-Elektronik
Durata: 9' 00"
Manuscritto
Lufttore (2006)
für Bassklarinette und Akkordeon
Durata: 14' 00"
Manuscritto
NGH WHT (2007)
für Sprecher und Streichquartett
Testo: Saul Williams
Nach unserer ersten Zusammenarbeit an einem Werk für Sinfonieorchester, Hip-Hop-Chor und Sprecher mit einem Text aus seinem Buch "said the shotgun to the head." fragte mich Saul Williams, ob ich nicht einen weiteren Text, nämlich NGH WHT aus seinem neuesten Buch "the dead emcee scrolls" in Musik umsetzen möchte. Saul gab mir anschliessend eine Aufnahme, auf welcher er die 33 Kapitel in seinem eigenen, rhythmisch komplexen Stil vortrug.
Meine spontane Idee war, diesem aufwühlenden Gedicht ein Streichquartett gegenüberzustellen, nicht nur wegen der engen Verwandtschaft der menschlichen Stimme mit den Saiteninstrumenten, sondern auch weil mir diese konzentrierte Formation sehr geeignet schien, den weiten Bereich zwischen intimer Lyrik und explosiver Dramatik auszudrücken.
Sauls Gedichte – so sagt er selbst – sollten eigentlich nicht gelesen, sondern gehört werden. Deshalb lässt er durch seine Auftritte in Poetry-Slams die jahrtausendealte Tradition der mündlichen Ueberlieferung wieder aufleben, in der musikalische Elemente immer eine wichtige Komponente waren, sei es zur rhythmischen Unterstützung der Reime oder zur gesanglichen Umsetzung und Verdeutlichung des Inhaltes.
Das Streichquartett folgt seiner atemlosen Rezitation wie einer Synchronspur, in einer Informationsdichte und einem Tempo, in welchem das Mitlesen des Textes sehr schwierig wäre. Da zudem nur Eingeweihte seine oft kodierten, symbol- und beziehungsreichen Inhalte verstehen, erhält das Quartett eine wichtige Rolle musikalischer Vermittlung und Dekodierung in eine andere Ebene des Verstehens.
Ich habe seine Stimme unverändert übernommen, aus ihr rhythmische Strukturen, Melodien und Klangfarben abgeleitet und in instrumentale Sprache, teils frei, teils möglichst direkt umgesetzt. Oft artikuliert das Quartett einzelne Schlüsselworte, Silben, Formanten und Atemgeräusche gleichzeitig und verschmilzt an einigen Stellen fast vollständig mit dem gesprochenen Wort. An andern Stellen wiederum beschreitet das abgeleitete Sprachmaterial ganz eigene Wege, in einem fliessenden Prozess zwischen Annäherung und Distanz, Synchronität und Zeitverschiebung, Anpassung und Widerstand.
Durata: 24' 00"
Boosey & Hawkes
London
sweet sounds (2008)
für Saxophon und Vokalensemble
Durata: 17' 00"
Manuscritto
Flüchtige Gesänge (2012)
Liederzyklus
für Sopran und Ensemble
Testo: Sarah Kirsch
Durata: 19' 00"
Manuscritto
Diskographie
Thomas Kessler (Grammont Porträt Nr. 98, 2006)
Interpreten:
Nopper, Sylvia
Weiss, Marcus
Werke:
Kessler, Thomas: ",said the shotgun to the head." (2003)
Kessler, Thomas: Drum Control (1983)
Kessler, Thomas: "Is it?" (2002)
Info: www.fonoteca.ch
Basel Sinfonietta (Grammont Porträt Nr. 66, 2001)
Interpreten:
Wyttenbach, Jürg
Werke:
Bärtschi, Werner: Die Majestät der Alpen (1988-1989)
Kessler, Thomas: Aufbruch (1989-1990)
Mit weiteren Werken von: Igor Strawinsky, Witold Lutoslawski
Info: www.fonoteca.ch
Andreas Gutzwiller - Schweizer Kompositionen für Shakuhachi (Grammont Portrait/ Musikszene Schweiz Nr. MGB CTS-M 61, 2000)
Interpreten:
Schneeberger, Hansheinz
Moster, Tobias
Werke:
Mäder, Urban: Windstriche I (1998)
Bräm, Thüring: One in two (1998)
Bennett, Gerald: Aki no kaze / Autumn Wind (2002)
Kessler, Thomas: Irasshaimase (1999)
Info: www.fonoteca.ch
Bibliografia
Nonnenmann, Rainer: Höhenflug mit gestutzten Flügeln. Zur Kölner Uraufführung von Thomas Kesslers "Utopia II" (1. Juli 2011), in: Dissonanz 115 (2011), S. 76-77 [Internet]
Gottstein, Björn: Im Schleifen der Differenz. Thomas Kesslers Orchesterstück "Utopia", in: Dissonanz 108 (2009), S. 28-31
Weissberg, Daniel: Ein Rebell zweiter Unordnung. Laudatio zur Verleihung des Marguerite Staehelin Preises an Thomas Kessler, Zürich 2006